Glasfabrik Leipzig

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Die Glasfabrik Leipzig ist ein Ort, an dem sich die Veränderung, die Leipzig insgesamt erfährt, manifestiert. Von der gründerzeitlichen Maschinenfabrik über den Volkseigenen Betrieb zum langjährigen Leerstand nach der Wende hat sich darin exemplarisch ostdeutsche Industriegeschichte und deren Auswirkung auf Mensch und Raum eingeschrieben. Mit der Belebung vieler Stadtteile Leipzigs rückt der Ort im Stadtteil Leutzsch nun von der jahrzehntelangen Randlage wieder näher an das Zentrum städtischer Wahrnehmung.

Initiiert von ansässigen Kulturschaffenden und den neuen Eigentümern ist vorgesehen einen gemeinschaftlich genutzten Standort zu entwickeln, der auf vielfältige Weise künstlerische wie wissenschaftliche Aktivitäten ermöglicht. Das Glasfabrik Projekt soll einen Ort des Diskurses innerhalb der Themen Urbanismus, nachhaltige Stadtentwicklung, Kunst und Ökologie schaffen – auf theoretischer sowie praktischer Ebene. Während die Vernetzung mit lokalen Initiativen und stadträumlicher Umgebung gesucht wird, beschränken sich die Projektaktivitäten nicht auf eine regionale Perspektive, sondern bearbeiten durch Integration und in der Zusammenarbeit mit einem internationalen Netzwerk von Expert*innen, Aktivist*innen und Institutionen globale Fragestellungen. Darüber hinaus soll die Fabrik aber auch ein Ort des Experiments sein, wo Transformationsprozesse begleitet und kritisch hinterfragt werden.

Das Gelände der sogenannten Glasfabrik in der Franz-Flemming-Straße 25 wurde 2015 von Jasper Goldman und Charles Emmerson aus London, UK erworben. Das Ansinnen der neuen Eigentümer ist es, auf dem Gelände eine kontinuierliche, kulturelle Nutzung zu etablieren. Für dieses Vorhaben wurde mit einer Gruppe von lokalen Kulturschaffenden und internationalen Projekttreibenden ein Konzept erarbeitet, um eine solche Nutzung voranzutreiben. Im Rahmen eines letztjährigen Workshops wurden Themen ausgelotet, die heute den Schwerpunkt des Festivals bilden: Urbanismus, nachhaltige Stadtentwicklung, Kunst und Ökologie.

Das Festival STADTTFINDEN ist sowohl als Test und Auftakt der Zusammenarbeit des lokalen Teams mit dem Eigentümer konzipiert wie auch als Test der Teamstruktur untereinander. Grundlagen zukünftiger Organisation und spezifischer Nutzungen wurden in den vergangenen Monaten bereits erörtert, stehen aber noch nicht fest. Parallel zur Planung des Festival ist das Team mit den Eigentümern in Verhandlung wie konkrete Formen der künftigen Kollaboration etabliert werden können. Mietverträge oder Nutzungslaufzeiten sind bislang noch nicht festgelegt, der Findungsprozess wird aber nach Beendigung des Festivals weiter forciert.

Das Team ist sich der Chancen und Risiken dieses Vorhaben bewusst. Wie genau eine wirtschaftlich nachhaltige Perspektive im Rahmen einer kontinuierlich kulturellen Nutzung sowie die Etablierung und Einbindung der Glasfabrik in Leipzig aussehen kann, ist bislang noch ungeschrieben – bildet aber das interessante Spannungsfeld dieses Projektes.

Glasfabrik schematische Ansicht s/w

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Fotos: Manuel Emmelmann

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ENGLISH VERSION

The change process, currently underway at Leipzig, is also manifesting at the Glasfabrik Leipzig itself. The factory building, which has stood vacant for years in the Leutzsch district of Leipzig, is an unwilling monument to the post-reunification era. From its beginnings as a machine factory, to a state-owned company (VEB), to decades of vacancy after the reunification of Germany, its East German industrial history and the impact of such on occupant and space, has left its mark on the site. Within the context of current developments in Leipzig, the western borough of Leutzsch is again shifting into focus. Now it will be a place of discourse for urban themes, sustainable urban development, art and ecology.

Initiated by a collective of cultural workers and the new property owners, a shared space will emerge on the site that will enable artistic as well as academic activities to take place in a variety of ways. While connections to local initiatives and urban environments are sought after, the project’s activities are not limited to regional perspectives, but deal with global questions through integration and in cooperation with an international network of experts, activists and institutions. Moreover, the factory will become a space for experimentation in which processes of transformation are critically scrutinised.

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