Workshop: Stadt gestalten

 

Freitag, 8. September 2017, 15 Uhr

In diesem Workshop werden wir unterschiedliche Methoden und Prozesse der kooperativen Stadtgestaltung kennenlernen, analysieren und diskutieren. Ein Architekturbüro sowie verschiedene Initiativen und Genossenschaften stellen lokale Projekte vor, die in Ko-produktion von Nutzer*innen und lokalen Behörde entstanden sind. Darunter Projekte die auf Eigeninitiative der Nutzer*innen in einem bottomup-Prozess entstanden sowie Projekte, in welchen die Stadt eine Kooperation mit den Bewohner*innen initiiert hat. Im Anschluss an die Vorträge werden die unterschiedlichen Formen der Koproduktion in Kleingruppen analysiert und danach im Rahmen einer offenen Diskussion einander gegenübergestellt.

15:00 Eröffnung des Workshops
(durch die Moderatorin Maxi Blunck und Organisatorin Julia Köpper)

15:10 Uhr
Input I: Stadt als Labor
Kreativquartier München: prozesshafte Entwicklung eines neuen Areals
(Andreas Krauth, Teleinternetcafé, Berlin)

15:30 Uhr
Input II: Modellprojekt ZUsammenKUNFT
Berlin – Haus der Statistik: Prototyp für eine innovative und integrative Praxis
(Andrea Hofmann, Initiative Haus der Statistik / raumlabor Berlin
Harry Sachs, Initiative Haus der Statistik / ZK/U Berlin)

15:50 Uhr kurze Pause

16:00 Uhr
Input III: Knack den St. Pauli-Code
Hamburg: Neubau der Esso-Häuser
(Christina Röthig & Lisa Marie Zander, Planbude, Hamburg)

16:20 Uhr
Input IV: Neue ideen für eine alte Feuerwache
Leipzig: IG Ostwache
(Noriko Minkus & Lina Hurlin, Ostwache Leipzig e.V., Leipzig)

16:40 Uhr kurze Pause

17:00 Uhr Kleingruppenarbeit mit dem Publikum

18:10 Uhr kurze Pause/Vorbereitung Talkrunde

18:30 Uhr Zusammentragen der Ergebnisse aus den Kleingruppen, Talkrunde

19:30 Uhr Gemeinsames Abendessen (offen für alle)

/// ACHTUNG »ARGENTINA – INDEPENDENT ART PROJECTS AND COMMUNITY INFLUENCES« Carolina Magnin (Buenos Aires) wird auf Samstag, 02.09.2017, 18 Uhr vorverlegt ///

Referent*innen / Projekte:

Kreativquartier München
Die Stadt München entwickelt auf dem Gelände der ehemaligen Luitpoldkaserne ein neues Quartier: das Kreativquartier. Die denkmalgeschützten Industriebauten Jutierund Tonnenhalle werden zukünftig das kulturelle und kreativwirtschaftliche Zentrum im Kreativpark bilden. Im nördlichen Teil hat sich eine lebendige Kunst- und Kulturszene etabliert, deren Potenzial aufgegriffen wurde und zur Identitätsbildung des neuen Quartiers beitragen soll. Die Öffentlichkeit wird  – z.B. im Rahmen des Pilotprojekts »Stadt kreativ denken – Raum für Wohnen, Kultur und Wissen« – an dem Prozess beteiligt. Andreas Krauth ist Architekt und Mitbegründer des Teleinteretcafé. Das Berliner Architekturbüro Teleinternetcafé gewann 2012 gemeinsam mit TH Treibhaus Landschaftsarchitektur den städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Kreativquartier.

Haus der Statistik
Das Haus der Statistik am Alexanderplatz steht seit gut 8 Jahren leer. Die Initiative Haus der Statistik und der Bezirk Mitte wollen das ca. 40.000qm fassende Gebäudeensemble kosteneffektiv in gemeinschaftlichen sozialen Wohnraum für Geflüchtete, Student*innen, Senior*innen u.a. sowie Arbeits- und Begegnungsräume für Kunst, Kultur und Bildung umwandeln und dabei sinnvolle Synergien erzeugen. Entstehen soll ein Leuchtturmprojekt der anderen Art, dass den Menschen im Stadtraum Alexanderplatz gut tut und für ein integratives und vielfältiges Berlin steht.

Andrea Hofmann ist Architektin und Mitbegründerin des Kollektivs raumlabor berlin.
Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Entwicklung von Konzepten an der Schnittstelle von Kultur und Stadtplanung. Sie realisiert Installationen, Ausstellungen und temporäre Bauten zum Thema öffentlicher Raum und dessen Wahrnehmung.

Harry Sachs ist Künstler und Mitbegründer des ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin. Das ZK/U versteht sich als Labor intermedialer und interdisziplinärer Aktivitäten, das sich künstlerisch und wissenschaftlich mit dem Phänomen Stadt auseinandersetzen.

Ostwache Leipzig
Die alte Feuerwache in Anger-Crottendorf wird langsam leer gezogen – übrig bleibt ein großer Hof, umringt von zwei großen Gebäuden und Garagen. Der Ostwache Leipzig e.V. entwickelt nun seit einem Jahr ein Konzept zur Nachnutzung der Gebäude. Unter dem Überbegriff »Nachbarschaftszentrum« ist eine Sammlung von Ideen und Konzepten entstanden, die Synergien bilden und den Ort mit Leben füllen werden. Zusammen mit der Nachbarschaft und bestehenden Projekten und Vereinen im Stadtteil wurde ein Konzept erarbeitet, welches Arbeiten, Kultur und nachbarschaftlichen Austausch miteinander verbindet.

Noriko Minkus ist eine japanische Architektin und lebt seit 2010 in Leipzig. Sie ist
Mitbegründerin des Japanischen Haus e.V. und dem Ostwache Leipzig e.V.

Lina Hurlin ist ebenfalls Mitbegründerin des Ostwache Leipzig e.V.

Esso-Häuser
Aus der Stadtteilkonferenz von »St. Pauli selber machen« hervorgegangen, hat die PlanBude den Beteiligungsprozess für die Neuplanung des Esso-Häuser Areals im Herzen von St. Pauli in Hamburg organisiert. Als Prozess der kollektiven Wunsch-produktion entwickelt das multidisziplinäre Team innovative Tools des gemeinsamen Planens und Forschens. Dabei verbindet sie Wissen und Praxis aus Kunst, Planung, Urbanismus, Djing, Sozialarbeit und Aktivismus. Ergebnisoffen und breitgefächert werden die Ideen der Anwohner*innen in architektonische Vorgaben übersetzt und die Interessen zwischen den unterschiedlichen Akteur*innen, Eigentümerin, Stadtteil, Politik, Verwaltung und PlanBude verhandelt.

Lisa Marie Zander beschäftigt sich mit der Aneignungsfähigkeit von Architektur und der Demokratisierung von Planungsprozessen. Sie studierte Architektur und arbeitet u.a. im Studio experimentelles Design an der HfbK Hamburg. In ihrer Arbeit verbindet sie die Vermittlung von künstlerischen Interventionen und direktem Selber bauen.

Tina Röthig ist Sozialarbeiterin mit den Schwerpunkten Organizing, Stadtteilarbeit und Intersektionalität. Sie beschäftigt sich mit sozialen Exklusionsprozessen im Städtischen und der direkten Gestaltung und Aneignung von Stadt durch ihre Bewohner*innen.

Moderation:

Das Büro für urbane Zwischenwelten sieht sich als Mittler zwischen den Interessen der
unterschiedlichen Akteur*innen im Rahmen von Stadt- und Regionalentwicklungs-prozessen. Hierfür konzipiert und begleitet es Maßnahmen der Bürgerbeteiligung, seien
es langfristige Prozesse oder einzelne Veranstaltungen und Workshops. Dabei werden
innovative Methoden genutzt wie z. B. Design- oder Game-Thinking-Verfahren, um
einen optimalen Interessensausgleich aller beteiligten Akteur*innen zu realisieren.

Maxi Blunck ist Dipl.-Designerin und zertifizierte Mediatorin. Neben der Projekt-koordination unterstützt sie das Team bei Aufgaben des Konfliktmanagements sowie
als Expertin für Innovations- und Kreativmethoden, die innerhalb von Beteiligungs-prozessen Anwendung finden. Darüber hinaus leitet sie Strategie-Workshops, Gruppenmediationen und mediationsananaloge Supervisonen für Verbände und Unternehmen.

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ENGLISH VERSION

WORKSHOP: DESIGN THE CITY – CONCEPTS FOR COOPERATIVE CITY DESIGN

Friday, 08.09.2017, 15:00

An architecture office, initiatives and co-ops will present local and international projects that were produced in conjunction with users and local government authorities. Among them are projects that were developed by users themselves in a bottom-up process, as well as some that were initiated through cooperation between the city and its inhabitants. Following the talks, various forms of coproduction will be analysed in groups and juxtaposed in an open discussion.

15:00
Opening and welcome speach
Julie Köpper (Team Festival STADTTFINDEN)

15:10
KREATIVQUARTIER MÜNCHEN (Creative Quarter Munich): Stadt als Labor (The City as Laboratory)
Andreas Krauth (Teleinternetcafé, Berlin)

15:30
HAUS DER STATISTIK (House of Statistics): Modellprojekt ZUsammenKUNFT (Model Project Collective future)
Andrea Hofmann (Raumlabor, Berlin) and Harry Sachs (Centre for Art and Urbanistics, Berlin)

15:50
short break

16:00
ESSO-HÄUSER ST. PAULI (Esso Buildings St. Pauli): Knack den St. Pauli-Code (Break the St. Pauli Code)
Christina Röthig, Lisa Marie Zander (Planbude, Hamburg)

16:20
OSTWACHE (Fire Station East): Neue Ideen für eine alte Feuerwache (New ideas for an old fire station)
Noriko Minkus (IG Ostwache, Leipzig)

17:00
Group work

18:30
Presentation and discussion of the results

19:30
DINNER + DRINKS

/// ATTENTION »ARGENTINA – INDEPENDENT ART PROJECTS AND COMMUNITY INFLUENCES« Carolina Magnin (Buenos Aires) had to be rescheduled to Saturday, 02.09.2017, 18:00 ///

DINNER + DRINKS After the Workshops