Rege Beteiligung für die Beteiligung

Erfolgreicher zweiter Workshop beim STADTTFINDEN Festival in der Glasfabrik

Auch der zweite Workshop im Rahmen des STADTTFINDEN Festivals war ein voller Erfolg. Mehr als 70 interessierte Besucher fanden sich ab 14 Uhr im Workshopraum der Glasfabrik ein. Bevor es im Workshop ans Eingemachte ging, haben vier Referenten zum Workshop-Thema »Stadt ermächtigen« Vorträge gehalten. Auf dieser Grundlage wurde an zwei Fallbeispielen simuliert, wie Leipzig durch Bürgerbeteiligung im Sinne seiner Bewohner entwickelt werden kann.

Über Lust & Last der Bürgerbeteiligung

Den Anfang machte Lina Hurlin. Sie repräsentiert als Mitglied bei »Stadt für alle« die Sicht der Beteiligten. Sie fordert Solidarität und Kompromissbereitschaft vom Entscheidungsapparat der Stadt, plädiert für das Recht als Bürger, die eigene Stadt gestalten zu können: „Leipzig sollte für alle gestaltet werden und für das Recht dazu, muss gekämpft werden.“
Wie können die Veränderungen einer wachsenden Stadt wie Leipzig, Hand in Hand gehen mit den Wünschen und Ansprüchen ihrer Bewohner*innen? Wie wird bei Entscheidungsprozessen Rücksicht auf Anwohner*innen und Akteure*innen der Stadt genommen, die von diesen Entscheidungen direkt betroffen sind?

Diesen Fragen sah sich im Anschluss die nächste Referentin, Silvia Haas entgegen. Sie vertritt als Mitarbeiterin in der Stadtentwicklungsplanung der Stadt Leipzig, den Entscheidungs- und Verwaltungsapparat der wachsenden Stadt. Wie kann die Beiteiligungskultur verbessert werden, wie ein gewinnbringender Dialog entstehen? Zum Beispiel über die Koordinierungsstelle für Bürgerbeteiligung »Leipzig weiter denken«. Über die Plattform sollen Bürger*innen, Akteur*innen und Fachleute zur nachhaltigen Veränderung der Stadt Leipzig beitragen.

Dr. Ingo Seidemann hat für die Workshopteilnehmer die Seite der Investoren beleuchtet. Am Beispiel des Felsenkellers verdeutlichte der Geschäftsführer des Projektentwicklers S&G Developement GmbH aus Leipzig, die „Lust und Last der Bürgerbeteiligung“. Er sieht die Beteiligung der Bürger als Chance. Die Einbringung von Anwohner*innen und Akteur*innen bietet einen Interessenausgleich, fairen Wettbewerb, Innovation und Kreativität. Birgt aber zugleich die Gefahren von Verzögerung und Kostensteigerung in sich.

Zum Schluss kam auch einer der Eigentümer des Veranstaltungsortes und damit der Glasfabrik zu Wort, Jasper Goldman. Der gebürtige Brite ist Stadtplaner, Historiker und Filmemacher. Nicht allein sein Können, auch die Leidenschaft merkt man seiner Präsentation an. Hinter dieser Leidenschaft zum Thema steckt zudem die emotionale Verbundenheit zu Leipzig – die Stadt, aus der sein Urgroßvater stammte. Seine Familie musste Leipzig 1938 verlassen und 2014 kam Jasper Goldman das erste Mal nach Leipzig. 2015 erwarb er gemeinsam mit Charles Emmerson das Gelände der sogenannten Glasfabrik in der Franz-Flemming-Straße 25, um dort eine kontinuierliche, kulturelle Nutzung zu etablieren. Mit Ausschnitten seiner Dokumentationen über Peking, New Yorks Waterfront und das Hudson Valley stellt er die elementare Frage des Festivals in den Raum – welche Rolle spielen Gruppen und Akteur*innen bei der Gestaltung und Veränderung einer Stadt – Und welche Rolle kann die Glasfabrik für die Zukunft der Stadt Leipzig spielen?

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Aussicht

Am Freitag laden wir Euch zum dritten Workshop ein. „Stadt gestalten“ werden unterschiedliche Methoden und Prozesse der kooperativen Stadtgestaltung erläutert, analysieren und diskutieren.

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